Förderschule und Inklusion

Hallo Brigitte, stellst du dich kurz vor?
Mein Name ist Brigitte Beil, bis vor wenigen Wochen leitete ich das Religionpädagogische Zentrum in Kusel und war kirchliche Fachberaterin für den Religionunterricht an Förderschulen und in der Inklusion.

Was beschäftigt dich?
Viele Schüler*innen an Förderschulen haben nicht mehr die Chance, sich mit Grundfragen des Lebens im Rahmen des RUs auseinander zu setzen. Obwohl das Recht auf religiöse Bildung für alle Schüler*innen gilt, ist der Religionsunterricht in Förderschulen oft nicht mehr gewährleistet.

Wo liegen die besonderen Herausforderungen?
Es gibt wenig flexible Unterrichtsmaterialien und Schulbücher mit differenzierten Aufgabenstellungen. In Rheinland-Pfalz und im Saarland fehlen zusätzlich aktuelle Bildungs- und Arbeitspläne. So fühlen sich Religionslehrer*innen an Förderschulen oft allein gelassen.

Was fehlt den Schüler*innen, wenn kein Religionsunterricht stattfindet?
Ohne Religionsunterricht fehlen Gesprächsräume, in denen existentielle Fragen der Schüler*innen benannt und eingeordnet werden können. Auch die Orientierung in einer von verschiedenen Religionen geprägten Gesellschaft ist für die Schüler*innen ohne Religionsunterricht sehr schwierig.

Worin siehst du die besonderen Chancen des Religionsunterrichts an Förderschulen?
Ein guter Religionsunterricht kann Lern- und Lebensräume eröffnen, die den Schüler*innen stärkende und lebensfördernde Entwicklungen ermöglichen. Dabei spielen biblische Erzählungen eine wichtige Rolle, die Sicherheit und (Ur-)Vertrauen vermitteln können.
In alttestamentlichen Erzählungen hören Schüler*innen von einem Gott, der trotz aller Widrigkeiten des Lebens begleitet, stärkt und rettet. Gerade für den Umgang mit Krisen können diese Erfahrungen wertvoll sein.

Welche Unterstützungen bieten die Religionspädagogischen Zentren?
Sie bieten biblische elementarisierte Erzählvorlagen, die einladen mit und ohne Worte zu theologisieren, sich selbst in der Geschichte zu verorten und daraus persönlichkeitsstärkende Kräfte zu schöpfen. Eine Besonderheit sind die religionspädaogischen Medien und Materialien, die ein differenziertes Lernen mit unterschiedlichen Zugängen, Lernwegen und Sinnen ermöglichen.
Auf dem ökumenischen Förderschulstudientag am 21.03.2022 werden praxiserprobte Unterrichtsbeispiele vorgestellt. Außerdem bietet dieser Tag Gelegenheit, sich mit Kolleg*innen zu vernetzen und auszutauschen.
Ich freue mich auch schon auf den Relilab-Impuls am 27.01.2023, eine einstündige digitale Zusammenkunft der Religionspädagog*innen in der Förderschule. An diesem Nachmittag darf ich auch einen kurzen Input geben.

Welche Visionen hast du für den RU an Förderschulen?
Ich wünsche mir, dass wir konfessionsübergreifende Formate und Formen finden, damit Religionsunterricht auch in Zukunft verlässlich mit seinen stärkenden und lebensfördernden Potentialen an Förderschulen stattfinden kann.

N. N.
Leiterin des RPZ Kusel
Fachberaterin für Förderschulen
06381 6304
rpz.kusel@evkirchepfalz.,de
Website des RPZ Kusel

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